{"id":33,"date":"2026-02-27T18:23:58","date_gmt":"2026-02-27T18:23:58","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerk-mathildenviertel.de\/?page_id=33"},"modified":"2026-04-18T06:47:28","modified_gmt":"2026-04-18T06:47:28","slug":"bauprojekt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/netzwerk-mathildenviertel.de\/index.php\/bauprojekt\/","title":{"rendered":"Bauprojekt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"is-style-text-subtitle is-style-text-subtitle--1\"><strong>Worum geht es?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im gr\u00fcnderzeitlichen, denkmalgesch\u00fctzten Mathildenviertel in Offenbach soll ein gro\u00dfdimensioniertes Bauprojekt eines Frankfurter Investors genehmigt werden. Die bisher im Raum stehenden Planungen sehen eine komplette Bebauung bis an den Grundst\u00fccksrand mit einem 6-8 Geschosse hohen Wohnkomplex vor. Es ist von bis zu 160 Wohnungen die Rede.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Grundst\u00fcck (Bieberer Str. 39) befinden sich heute ein flacher Rewe-Getr\u00e4nkemarkt, eine Kita und ein Friseur in den ehemaligen R\u00e4umen der Offenbacher Sparkasse. Historisch war das Gel\u00e4nde noch nie komplett bebaut. An der vorderen Ecke stand eine Villa, dahinter befand sich ein park\u00e4hnlich angelegter Garten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bauvorhaben greift tief in die gewachsene Struktur des Quartiers ein und birgt viele Risiken. Wir fordern einen zwingenden Bebauungsplan f\u00fcr dieses Projekt, bei dem alle relevanten Aspekte gepr\u00fcft werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-subtitle is-style-text-subtitle--2\"><strong>Warum ist das Bauprojekt umstritten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen Mathildenplatz und Bahndamm zeichnet sich das Mathildenviertel durch nahezu l\u00fcckenlos erhaltene Altbauten aus der Zeit um 1900 aus. Viele der H\u00e4user stehen unter Denkmalschutz und werden von ihren Eigent\u00fcmern und Bewohnern mit viel Einsatz gepflegt und restauriert. Charakteristisch sind auch die sch\u00f6nen historischen Fassaden der H\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Mathildenviertel entstand auf einer ehemaligen Auenlandschaft mit B\u00e4chen. Der Untergrund (\u201eRuppelton\u201c) ist schwierig zu bebauen. In der Vergangenheit mussten daher gro\u00dfe Geb\u00e4ude wie die fr\u00fchere Mathildenschule abgerissen werden, weil sie zu schwer waren f\u00fcr das Gel\u00e4nde und es zu Setzrissen kam.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Neubau des Rewe Marktes auf dem geplanten Baugrundst\u00fcck im Jahr 2008 hatte bereits erhebliche Sch\u00e4den zur Folge:<\/strong> Risse in umliegenden H\u00e4usern, Sch\u00e4den bei Wegen und H\u00f6fen, klemmende T\u00fcren sowie etliche Wasserrohrbr\u00fcche aufgrund der Ersch\u00fctterungen durch die Bauarbeiten, die in den umliegenden H\u00e4usern zu sp\u00fcren waren. Es ist zu bef\u00fcrchten, dass die Bauarbeiten im gedachten Format erneut zu vielen Sch\u00e4den f\u00fchren werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Laut Klimakarten ist das Mathildenviertel au\u00dferdem bereits jetzt ein Hitzehotspot<\/strong>, in dem Durchl\u00fcftung und Begr\u00fcnung zentrale Zukunftsaufgaben sind. Der geplante Neubau w\u00fcrde aufgrund seiner massiven Dimension die Frischluftstr\u00f6me vom Main abschneiden und die Hitzebelastung f\u00fcr Anwohnerinnen und Anwohner weiter versch\u00e4rfen, statt eine klimaresiliente Stadtentwicklung zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die zus\u00e4tzliche Verkehrsbelastung durch eine riesige Anlage mit geplanten ca. 160 Wohneinheiten und rund 90 PKW-Stellpl\u00e4tzen ist absehbar. <\/strong>Mehr Verkehr, mehr L\u00e4rm, mehr Schadstoffaussto\u00df und mehr Kreisen nach Parkpl\u00e4tzen w\u00e4ren die Folgen \u2013 das hat nichts mehr mit zukunftsgerechtem Klimaschutz zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Neubau in der gedachten Ausf\u00fchrung w\u00e4re ein Fremdk\u00f6rper, der viele Nachteile mit sich bringt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-subtitle is-style-text-subtitle--3\"><strong>Was fordern wir?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir fordern die Stadt auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und eine umfassende Pr\u00fcfung der hydrologischen, klimatischen und st\u00e4dtebaulichen Auswirkungen sicherzustellen. Dies kann nur durch die verbindliche Zusage erfolgen, <strong>ein regul\u00e4res Bebauungsplanverfahren <\/strong>durchzuf\u00fchren, das u.a. detaillierte Vorgaben und eine B\u00fcrgerbeteiligung vorsieht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-subtitle is-style-text-subtitle--4\"><strong>Wir brauchen aber doch Wohnungen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auch wir sind f\u00fcr Wohnungsneubau.<\/strong> Dennoch braucht unsere Stadt keine weiteren gesichtslosen Wohnbl\u00f6cke ohne st\u00e4dtebaulichen Bezug zur gewachsenen Umgebung. Stadtentwicklung bedeutet Verantwortung! Neue Geb\u00e4ude sollten das Quartier architektonisch, klimatisch und sozial bereichern und R\u00e4ume schaffen, in denen Menschen bezahlbar und gerne leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Neubauprojekte mit hohen Mieten sind nicht allein die beste L\u00f6sung. Gebraucht wird Wohnraum, den sich die Menschen leisten k\u00f6nnen. Die Profitinteressen eines einzelnen Investors, dessen Bauvorhaben die Mieten im gesamten Viertel nach oben ziehen und f\u00fcr weitere Gentrifizierung sorgen wird, sollten nicht Vorrang haben vor einer menschen- und klimagerechten Bebauung. Es muss ma\u00dfvolle, sozial und \u00f6kologisch vertr\u00e4gliche L\u00f6sungen geben, nicht die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Verdichtung auf engstem Raum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-text-subtitle is-style-text-subtitle--5\"><strong>Welche Alternativen g\u00e4be es zu dem geplanten Bauprojekt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stadtplanung mit Kreativit\u00e4t und Weitblick!<\/strong> Das Mathildenviertel als lebens- und liebenswerter Teil unserer Stadt darf nicht durch ein monstr\u00f6ses Bauprojekt in der gedachten Dimension und Ausf\u00fchrung verdichtet und entw\u00fcrdigt werden. Unter B\u00fcrgerbeteiligung k\u00f6nnte eine positive Vision entwickelt werden, die ma\u00dfvoll, sozial und \u00f6kologisch ist. Gute Ideen g\u00e4be es sicher viele. Ebenso stellen sich viele Fragen, z.B. warum der erst 2008 errichtete Rewe-Getr\u00e4nkemarkt wieder abgerissen werden soll, anstatt ihn ressourcenschonend zu integrieren und f\u00fcr die Nahversorgung zu erhalten?<\/p>\n\n\n\n<p>Der Investor h\u00e4tte die M\u00f6glichkeit, auf diesem Grundst\u00fcck ein  Bauvorhaben zu realisieren, das durch seine Zukunftsorientierung und architektonische Qualit\u00e4t und Sch\u00f6nheit breite Anerkennung findet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Worum geht es? Im gr\u00fcnderzeitlichen, denkmalgesch\u00fctzten Mathildenviertel in Offenbach soll ein gro\u00dfdimensioniertes Bauprojekt eines Frankfurter Investors genehmigt werden. Die bisher im Raum stehenden Planungen sehen eine komplette Bebauung bis an den Grundst\u00fccksrand mit einem 6-8 Geschosse hohen Wohnkomplex vor. Es ist von bis zu 160 Wohnungen die Rede. 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