
Schon wieder soll ein Stück liebenswertes Offenbach rücksichtslos verbaut werden
Wir fordern die Stadt auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und eine umfassende Prüfung der hydrologischen, klimatischen und städtebaulichen Auswirkungen sicherzustellen. Dies kann nur durch die verbindliche Zusage erfolgen, ein reguläres Bebauungsplanverfahren durchzuführen, das u.a. detaillierte Vorgaben und eine Bürgerbeteiligung vorsieht.

Im gründerzeitlichen, denkmalgeschützten Mathildenviertel in Offenbach soll ein großdimensioniertes Bauprojekt eines Frankfurter Investors genehmigt werden. Die bisher im Raum stehenden Planungen sehen eine komplette Bebauung bis an den Grundstücksrand mit einem 6-8 Geschosse hohen Wohnkomplex vor. Es ist von bis zu 160 Wohnungen die Rede.
Auf dem Grundstück (Bieberer Str. 39) befinden sich heute ein flacher Rewe-Getränkemarkt, eine Kita und ein Friseur in den ehemaligen Räumen der Offenbacher Sparkasse. Historisch war das Gelände noch nie komplett bebaut. An der vorderen Ecke stand eine Villa, dahinter befand sich ein parkähnlich angelegter Garten.
Das Bauvorhaben greift tief in die gewachsene Struktur des Quartiers ein und birgt viele Risiken. Wir fordern einen zwingenden Bebauungsplan für dieses Projekt, bei dem alle relevanten Aspekte geprüft werden müssen.
Das Mathildenviertel zwischen Mathildenplatz und Bahndamm ist geprägt von nahezu vollständig erhaltenen Altbauten aus der Zeit um 1900, von denen viele unter Denkmalschutz stehen. Die historische Bausubstanz und die charakteristischen Fassaden machen den besonderen Wert des Viertels aus.
