Über uns und was uns bewegt
Wir sind Anwohnerinnen und Anwohner des Mathildenviertels – Mieter wie Eigentümer. Viele von uns leben seit Jahren in denkmalgeschützten Häusern und fühlen sich ihrem Viertel eng verbunden.
Wir schätzen das Leben in der Innenstadt und ihre urbane Vielfalt. Gleichzeitig ist es uns wichtig, gewachsene Strukturen zu bewahren, Lebensqualität zu erhalten und wirksamen Klimaschutz mit einer verantwortungsvollen Stadtentwicklung zu verbinden.
Unser Engagement richtet sich nicht gegen Veränderung oder Wohnungsbau, sondern für einen offenen Dialog, fachlich fundierte Planung und echte Bürgerbeteiligung.
Dabei liegt uns auch die Qualität des Bauens am Herzen: Wohnraum sollte nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch und identitätsstiftend sein. Zu oft entstehen jedoch uniforme, austauschbare Baukörper ohne Bezug zum Ort.
Das sind wir

Dr. Mariana Lili Cernea
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Hier riecht die Luft nach Heimat. Hier schlägt mein Herz! Dafür setze ich mich ein.

Sabine Leithäuser
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Ich bin Sabine Leithäuser, Stadtplanerin, und lebe im Mathildenviertel. Als Beraterin begleite ich das Netzwerk mit fachlichem Blick und großer Verbundenheit zum Quartier. Gute Stadtplanung beginnt für mich mit aufmerksamem Hinschauen und echtem Zuhören. Die Menschen vor Ort sind die besten Expertinnen und Experten für ihren Stadtteil – ihr Wissen, ihre Erfahrungen und Fragen sind die Grundlage für eine Stadtentwicklung, die stärkt und verbindet.
Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht die Frage, wie die gebaute Umwelt das Miteinander von Menschen und Gemeinschaft fördern kann – und wann sie dieses schwächt, etwa durch Maßstabslosigkeit, mangelnde Aufenthaltsqualität oder fehlende Bezüge zum gewachsenen Umfeld. Diese Fragen begleiten mich sowohl in meiner fachlichen Arbeit als auch in meinem Engagement hier vor Ort.

Frank Alexander Leithäuser
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Ich bin Frank Alexander Leithäuser, gebürtiger Berliner, und mit Sabine verheiratet. 1989 habe ich eine Wohnung in der Querstraße gekauft und mich von Beginn an im Stadtteilbüro für das Mathildenviertel engagiert, nehme auch heute noch als Rentner im Unruhezustand am „RundenTisch“ teil. Als Werbetexter habe ich ehrenamtlich für Offenbach eine Hundekot-Kampagne gestaltet („Bescheißt uns nicht, wenn ihr Gassi geht!“), den Titel „Wir im Quartier“ für die Stadtteilzeitung kreiert und als Vorstandsmitglied der GRÜNEN die Aktion „Aufbäumen gegen Fluglärm“ initiiert. Im Schlepptau von Sabine unterstütze ich heute alle Maßnahmen, die der Aufwertung unseres Stadtteils dienen.

Marc Preuß
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Hallo, ich bin Marc Preuß, 55 Jahre alt und stamme ursprünglich aus Osnabrück. Nach dem Studium hat es mich ins Rhein-Main-Gebiet verschlagen, wo ich nun schon mehr als mein halbes Leben verbracht habe, über 20 Jahre davon in Offenbach in der Krafftstraße. Hier arbeite ich von zuhause als Software-Entwickler. Vielen im Viertel bin ich wahrscheinlich von Sehen bekannt als der bunte Vogel, der mit seiner Kleidung gern die Geschlechtergrenzen sprengt.
Als jemand mit langjähriger Erfahrung in IT und Internet habe ich für das Netzwerk die Online-Petition bei Campact gestartet. So hoffe ich, unserer Angelegenheit zu mehr öffentlicher Wirkung zu verhelfen und mehr Leute zu erreichen.
Ich lebe gerne in der Stadt. Ich mag die kurzen Wege, die Möglichkeit, vieles zu Fuß oder mit dem Rad erledigen zu können. Quasi vor der Haustür haben wir hier so viele Möglichkeiten – Einkaufen, Essen gehen, Kulturangebote. Der Supermarkt (früher Tengelmann, jetzt Rewe) mit seinem Paketshop und der Bäckereifiliale hat sich als ein wichtiger Anlaufpunkt in unserem Viertel etabliert. Schnell mal Getränke, Snacks oder Brötchen einkaufen oder ein Paket abgeben – das sind Annehmlichkeiten, die ich sehr vermissen würde, wenn das Bauprojekt in seiner geplanten Form als großer Wohnblock mit Parkgarage und ohne Gewerbeflächen realisiert wird.
Eine lebenswerte Stadt braucht solche Strukturen – keine reinen Wohnviertel, sondern überall kleine Geschäfte, Cafés, Restaurants, Dienstleister. Nur zwei Ecken weiter steht ein positives Beispiel dafür: an der Ecke Großer Biergrund/Berliner Straße ist vor wenigen Jahren ein Neubau entstanden, der im Erdgeschoß Ladenflächen hat und darüber Wohnungen. So ähnlich wünsche ich mir die zukünftige Bebauung für die Bieberer Str. 39. Ausgeführt werden sollte es in einem aufgelockerten Gebäudekomplex, der den offenen Charakter des Platzes erhält und weiterhin öffentlich nutzbare Durchgänge bietet. Alle großen Bäume sollten erhalten bleiben und die für das Mikroklima und Stadtvögel wichtigen Heckenstreifen mit mindestens gleicher Fläche wieder angelegt werden.

Rihab Dubau
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Mein Name ist Rihab Dubau, ich lebe seit rund 20 Jahren im Mathildenviertel. Als ich von den Plänen für ein groß dimensioniertes Neubauprojekt auf dem Gelände der Bieberer Straße 39 erfuhr, war ich schockiert. Als direkte Anwohnerin erinnerte ich mich sofort an die Bauarbeiten im Jahr 2008, als der heutige Rewe-Getränkemarkt entstand. Damals kam es zeitweise zu solch starken Erschütterungen in meiner Wohnung, dass ich Angst um die Stabilität des Hauses hatte. In der Folge traten bei uns einige Wasserrohrschäden auf, die wir unmittelbar mit den Bauarbeiten in Verbindung brachten. Dafür hat niemand Verantwortung übernommen.
Ich engagiere mich im Netzwerk, weil ich der Ansicht bin, dass ein Bebauungsplan für ein Bauvorhaben dieser Größenordnung eigentlich selbstverständlich sein sollte. Als Ergebnis eines solchen Prozesses erhoffe ich mir eine Bebauung, die sich harmonisch und klimafreundlich in das Viertel einfügt, ohne zu Schäden an den umliegenden Häusern zu führen. Die Menschen, die einmal darin wohnen werden, genießen dann ringsherum einen wunderschönen Ausblick auf unsere Altbaufassaden -umgekehrt möchte ich auf einen Neubau schauen, der sich organisch und ästhetisch ins Viertel einpasst, ohne Beklemmungen hervorzurufen.

Christiane Kupczyk
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Mein Name ist Christiane Kupczyk. Vor rund zehn Jahren bin ich ins Mathildenviertel nach Offenbach gezogen und habe mich hier vom ersten Tag an zu Hause gefühlt. Seitdem habe ich die Entwicklung der Stadt intensiv miterlebt. Viele Neubauprojekte sind entstanden: Manche bereichern das Stadtbild, andere lassen mich fragen, warum Wachstum so oft zulasten von Lebensqualität, Ästhetik, Infrastruktur und gewachsenen Nachbarschaften geht.
Ich engagiere mich im Netzwerk, weil ich überzeugt bin, dass Stadtentwicklung mehr sein muss als das Schaffen von Wohnraum in gesichtslosen Neubauten. Offenbach hat so viel Potential und braucht lebenswerte Quartiere mit ausreichend Grün, guter Infrastruktur, wirksamem Klimaschutz und Orten, an denen Menschen sich begegnen und wohlfühlen können.
Ich engagiere mich im Netzwerk, weil ich der Ansicht bin, dass ein Bebauungsplan für ein Bauvorhaben dieser Größenordnung eigentlich selbstverständlich sein sollte. Als Ergebnis eines solchen Prozesses erhoffe ich mir eine Bebauung, die sich harmonisch und klimafreundlich in das Viertel einfügt, ohne zu Schäden an den umliegenden Häusern zu führen. Die Menschen, die einmal darin wohnen werden, genießen dann ringsherum einen wunderschönen Ausblick auf unsere Altbaufassaden -umgekehrt möchte ich auf einen Neubau schauen, der sich organisch und ästhetisch ins Viertel einpasst, ohne Beklemmungen hervorzurufen.

Reinhold Schmidt
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Vom Verdichten halte ich nichts, aber vom Dichten: Die Mathilde würde sich im Grabe umdreh’n, könnte sie die heutige Planung seh’n, was man beabsichtigt, in ihrem Viertel zu tun, das ließe sie nicht länger ruh’n.
Lasst ab, dem Mammon nachzurennen, und beherzigt, alt und neu zu trennen, dem Auge tuts gut, wer sehen kann, wer’s nicht versteht, fange etwas anderes an.
Es gibt viel zu tun in unserer Stadt, die viel von ihrer Geschichte verloren hat, und stoppt bitte das, was hier vor sich geht, wenn euch der Sinn nach Eintracht steht.
Ich wohne seit genau 60 Jahren (Februar 1966) in diesem Viertel in der Krafftstraße 15. In jungen Jahren war ich noch so mit mir selbst beschäftigt, dass ich diese schöne Wohngegend gar nicht so wahrnahm wie heute. Mit dem Älterwerden bekommen Dinge wohl erst die entsprechende Wertschätzung, die sie verdient haben.
Damals wurde noch mit „Liebe“ gebaut. Das Haus sollte etwas darstellen, darauf wurde noch Wert gelegt. Heute sind Wohnhäuser zu Anlagen geworden, die sich rentieren müssen. Worte wie „Verdichtung“ werden genannt. Was gibt es denn hier zu verdichten? Wer so etwas verlangt, der ist für mich selbst nicht mehr ganz dicht! Soll denn jeder, wenn er aus dem Fenster schaut, nur seinem Gegenüber in die Fenster schauen? Ich jedenfalls genieße es, wenn ich nach Hause komme. Egal, aus welcher Richtung. Ich genieße den Anblick der alten Häuser, die mir vermitteln: Du kommst nach Hause. Du kannst loslassen. Immer wieder ein schönes Erlebnis.
Von der Garage aus schaue ich mir immer erst die sich mir anbietende Häuserzeile an, ehe ich das Haus betrete. Dann soll ich demnächst immer erst an einem Klotz von Wohnhaus vorbei, das mir die Sicht verdirbt, ehe sich mir wieder der schöne Anblick unserer Straße anbietet? Verschont mich bitte davon, egal, wer darüber zu entscheiden hat! Hütet und bewahrt die Schätze, die vom Krieg Gott sei Dank noch übriggeblieben sind! Und dass man sie noch sehen kann, bevor man direkt davorsteht und sich das Genick verrenken muss!
Ich engagiere mich im Netzwerk, weil ich überzeugt bin, dass Stadtentwicklung mehr sein muss als das Schaffen von Wohnraum in gesichtslosen Neubauten. Offenbach hat so viel Potential und braucht lebenswerte Quartiere mit ausreichend Grün, guter Infrastruktur, wirksamem Klimaschutz und Orten, an denen Menschen sich begegnen und wohlfühlen können.
Ich engagiere mich im Netzwerk, weil ich der Ansicht bin, dass ein Bebauungsplan für ein Bauvorhaben dieser Größenordnung eigentlich selbstverständlich sein sollte. Als Ergebnis eines solchen Prozesses erhoffe ich mir eine Bebauung, die sich harmonisch und klimafreundlich in das Viertel einfügt, ohne zu Schäden an den umliegenden Häusern zu führen. Die Menschen, die einmal darin wohnen werden, genießen dann ringsherum einen wunderschönen Ausblick auf unsere Altbaufassaden -umgekehrt möchte ich auf einen Neubau schauen, der sich organisch und ästhetisch ins Viertel einpasst, ohne Beklemmungen hervorzurufen.
„Warum nur ist uns die Fähigkeit abhandenge-kommen, schöne und bewohnbare Städte zu bauen?“ — eine Frage, die auch uns bewegt und leitet.
Der Architekt Prof. Christoph Mäckler,
Moderne Stadtplanung: „Von Haus aus missglückt“
01.09.2016, FAZ.net,
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst-und-architektur/im-wuergegriff-des-bebauungsplans-14414241.html

